Andacht zu Pfingstmontag 2020

https://www.youtube.com/watch?v=1WGpmVIT-FQ

ORT: St. Stephanus  

Guido Busche, Lars Rüdiger Kahnwald, Meike Müller-Bilgenroth

Orgel: Michael Penkuhn-Wasserthal

Kamera: Max-Fabian Wolff-Jürgens

 

Glockengeläut!

Orgelmusik

Begrüßung:

Friede sei mit euch!

Herzlich Willkommen zum Ökumenischen Pfingstgottesdienst in Munster. Dieses Jahr nicht wie gewohnt unter freiem Himmel am Mühlenteich mit mehreren hundert Menschen, sondern in der Militärkirche St. Stephanus mit Kantor Penkuhn-Wasserthal, dem katholischen Pfarrer Guido Busche von St. Michael, mit dem Vorsteher der neuapostolischen Kirche in Munster Lars Rüdiger Kahnwald und mit Max-Fabian Wolff-Jürgens an der Kamera. Ich bin Meike Müller-Bilgenroth und leite in diesem Jahr den Ökumeneausschuss.

Die heilige Geistkraft wird ausgegossen! Der Tröster kommt, und zwar genau dorthin, wo Menschen zusammen sind, um zu feiern, um zu Gott zu beten, um sich an Jesus zu erinnern. Genau dort, wo sie zu Hause sind, an ihrem alltäglichen Ort. Da fließt der Trost!

Dem wollen wir nachgehen und dabei herausfinden, dass dadurch KIRCHE lebendig gestaltet wird.

 

Und so feiern wir auch diesen Gottesdienst

im Namen Gottes,

der uns wie ein Vater und wie eine Mutter liebt,

im Namen des Sohnes, Jesus Christus, dem Auferstandenen,

und im Namen des Heiligen Geistes, der uns aufrichtet und tröstet.

 Amen.

 

Lied: EG 130, 1+4+6 O Heilger Geist, kehr bei uns ein!

 

Psalm 118

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

 

25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

 

26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN.

 

27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

 

28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.

 

29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Lesung: Johannes 20, 19-23

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!

23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

 

Predigt:

Liebe Schwestern und Brüder,

da saßen sie, die Freundinnen und Freunde Jesu, seine Jüngerschar, durch dick und dünn waren sie mit ihm gegangen. Nun waren sie traurig zurückgeblieben, hatten auch Angst, was wohl kommen möge. Es war der Abend am Ostersonntag. Und was geschah? Der Auferstandene stand plötzlich persönlich vor ihnen mit seinem typischen Gruß: Friede sei mit euch! Seine Verletzungen waren deutlich zu sehen, in den Handflächen und an seiner Seite. Und da ahnten sie langsam, dass Jesus wirklich der FRIEDE war, der Christus, der Retter und Heiland, mit der Kraft, neues Leben hervorzubringen, so wie er es versprochen hatte. Es war die Wahrheit, wie sie es erhofft hatten: Christus konnte den Tod überwinden! Er war nicht im Grab geblieben, sondern auferstanden!

Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch. Sagte der Auferstandene zu ihnen. Und dann blies er sie an mit den Worten: Nehmt hin den Heiligen Geist! Mit einem Atemhauch gelangt er zu ihnen. Ganz direkt, persönlich, ja, körperlich spürbar. Er kam ihnen ganz nahe, um sie zu erreichen und auszustatten mit der Heiligen Geistkraft. So als ob Jesus auf Nummer SICHER gehen wollte: Seine Freund*innen sollten ausgerüstet werden mit Zuversicht, mit Kraft und Trost.

Wir wissen, was dann geschah: 40 Tage danach war die Himmelfahrt. Nun mussten sie endgültig von ihrem Freund Abschied nehmen. Christus musste zum Ursprung zurückkehren, von wo er gekommen war, um letztendlich überall sein zu können. Auch wenn das im ersten Moment ein schlimmer Abschied bedeutete. Und noch einmal versicherte sich der Auferstandene doppelt und dreifach, dass seine Anhängerschar getröstet zurückblieb. ER sagte ihnen die „Kraft aus der Höhe“ zu. Dazu sollten sie nach Hause gehen, nach Jerusalem.

10 Tage später war es dann soweit, in der Stadt wurde das jüdische Wochenfest gefeiert (50 Tage nach dem Passahfest folgte das Pfingstfest): Die Jünger*innen hatten sich zum Gebet versammelt und dann geschah es: Plötzlich ein Brausen vom Himmel wie ein gewaltiger Sturm, Zungen wie von Feuer, die über den Köpfen zu schweben schienen, sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und sie predigten in verschiedenen Sprachen. Es war umwälzend, nichts blieb, wie es war, alles erschien in neuem Licht, bekam Sinn, sie spürten eine unfassbar starke Energie, der sie sich nicht entziehen konnten.

 

Liebe Schwestern und Brüder, wir feiern heute Pfingsten! Können wir etwas von diesem Pfingstgeist spüren?

Die heilige Geistkraft wird doch ausgegossen! Der Tröster kommt, und zwar genau dorthin, wo Menschen zusammen sind, um zu feiern, um zu Gott zu beten, um sich an Jesus zu erinnern. Genau dort, wo sie zu Hause sind, an ihrem alltäglichen Ort. Da fließt der Trost!

An Pfingsten erinnern wir uns daran, dass Gottes heiliger und tröstender Geist alle Grenzen von Raum und Zeit überwindet. Wir feiern, dass dieser Geist über Kontaktverbote, Abstände und Distanzen hinweg wirkt, dass der Tröster sich Bahn bricht und genau dort auf die Erde trifft, wo Menschen Kraft und Trost brauchen, wo sie gefordert sind und viel von ihnen erwartet wird. Dort, wo sie zu Hause sind, wo sie alltäglich ihre Kraft einsetzen, wo sie ihrer Arbeit nachgehen, ihren Alltag bewältigen, wo sie im täglichen Einerlei wie in einer Sackgasse feststecken, oder himmelhochjauchzend Freude erleben, wo sie aber auch Abschied nehmen und sich trennen müssen, wo sie trauern und leiden, wo sie oft hinnehmen müssen, was sie nicht ändern können, wo sie sich ärgern oder unverstanden fühlen.

Gottes Heilige Geistkraft kommt vom Himmel herab und sagt uns zu: Friede sei mit Euch! Ganz ohne Mundschutz, persönlich und direkt werden wir begleitet und getröstet, gestärkt und ermutigt, beruhigt, ermuntert und inspiriert. Und so werden wir selbst in die Welt gesandt.  Wir haben einen Auftrag! Wir werden aufgefordert den Heiligen Geist zu empfangen und in uns aufzunehmen. Das ist Geschenk und Aufgabe zugleich. Das bleibt nicht ohne Folgen, das strahlt aus, das bringt Licht ins Dunkel, lässt Menschen neuen Mut fassen und gibt ihnen die Kraft, ihre eigenen Gaben zu entdecken und einzubringen. Dadurch entsteht eine lebendige Kirche, die unabhängig von Gebäuden Gestalt annimmt. Eine sichtbare Kirche durch Menschen, die von Liebe erfüllt sind und Gutes tun, die mit Sinn und Verstand helfen und sich einsetzen, die beten und sich in aller Freiheit beteiligen. Die inspiriert sind von dem Geist, der Pfingsten herabkam auf uns und der sich immer weiter ausbreitet.

Amen. 

 

Komm, heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft- das Lied wollen wir nun singen!

 

Lied: Komm heil‘ger Geist mit deiner Kraft (Soldatengesangbuch LebenshYthmen, Nr. 97)

Fürbitten-Gebet:

Lars: Komm, heiliger Geist mit deiner Kraft zu denen, die es gerade sehr schwer haben, die zweifeln und klagen, die die Welt nicht mehr verstehen. Dass sie Verständnis aufbringen für das, was um sie herum geschieht und erkennen, was ihre eigene Aufgabe ist.

Guido: Komm, heiliger Geist mit deiner Kraft zu denen, die täglich herausgefordert sind, um ihre Existenz zu sichern. Dass sie die nötige Unterstützung finden und mit neuer Energie in die Zukunft schauen.

Lars: Komm, heiliger Geist mit deiner Kraft zu denen, die an den Außengrenzen Einlass begehren, um ein menschenwürdiges Leben zu beginnen. Dass die Einflussreichen ihre Macht einsetzen, um ein friedliches Miteinander zu erreichen.

Guido: Komm, heiliger Geist mit deiner Kraft zu denen, die Verantwortung tragen in der Wirtschaft. Dass sie sich für den Klimaschutz einsetzen und langfristige Folgen in den Blick nehmen.

Lars: Komm, heiliger Geist mit deiner Kraft zu denen, die ihre Gaben längst entdeckt haben und einbringen. Dass sie neu inspiriert werden und weiter mit Freude und Ausdauer in einer lebendigen Kirche mitwirken.

Guido: Alles, was uns sonst noch  auf dem Herzen liegt, sagen wir Dir in einem kurzen Moment der Stille
STILLE

Komm, heiliger Geist mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft. Amen.

Gemeinsam beten wir: Vater unser im Himmel…

 

Segen: (Meike)

Gott segne dich und behüte dich, Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

 

Orgelmusik zum Ausgang